Entdeckungen
Kerstin Behnke ist es ein besonderes Anliegen, vergessene Werke von Komponistinnen im Konzertrepertoire zu etablieren. Dabei legt sie besonderen Wert darauf, dass die Werke in einem historischen oder gattungsgeschichtlichen Zusammenhang präsentiert werden, um ihnen den lange verwehrten Dialog und auch die Konkurrenz mit den Werken ihrer Kollegen zu ermöglichen.
• Konzertsaison "Facetten Deutscher Geschichte" (2010/11)
Zahlreiche Werke, die von den Nationalsozialisten verbrannt und verboten und deren Schöpfer ermordet wurden, haben das Ende der Gewaltherrschaft so weing überlebt wie ihre Verfasser. Mit der Aufführung von Hans Krásas Kantate "Die Erde ist des Herrn ..." trägt Kerstin Behnke ihren Teil dazu bei, dass diese dem Vergessen entrissen wird und so dazu beiträgt, dass die Erinnerung an Hans Krása durch sein Werk wach gehalten wird.
(siehe auch Pressespiegel)
• Konzertsaison "Ferne Welten" (2009/10)
Mit der sinfonischen Ode "Les Argonautes" bringt Kerstin Behnke ein Werk zur deutschen Erstaufführung, das lange vergessen war. Verfasst wurde es von der 1847 geborenen Augusta Holmès, die eine schillernde und zu Lebzeiten sehr berühmte Persönlichkeit war. Zeitgenössische Kritiker hoben immer wieder ihren "männlichen Stil" und ihr temperamentvolles Auftreten hervor. (siehe auch Pressespiegel)
• Konzertsaison "Berühmte Männer - Starke Frauen" (2008/09)
Die Saison der Berliner Cappella bringt den Ansatz, den Kerstin Behnke in verschiedensten Konzerten verfolgt auf den Punkt. Anerkannte Meisterwerke berühmter Komponisten werden unbekannten Schätzen aus der Feder von Komponistinnen gegenüber gestellt. (Download Saisonflyer hier)
• Wiederaufführung der Oper Der Wald von Ethel Smyth (2006)
In dem Konzert Wunderwesen
mit „Die erste Walpurgisnacht“ von Felix Mendelssohn und „Der
Feuerreiter“ und „Elfenlied“ von Hugo Wolf wurde der Operneinakter
erstmals seit über 100 Jahren in Berlin wieder aufgeführt. Die Oper von
Ethel Smyth wurde 1902 in Berlin, im selben Jahr an Covent Garden und
1903 am Metropolitan Opera House in New York sehr erfolgreich auf die
Bühne gebracht und geriet dann in Vergessenheit.
(siehe auch Pressespiegel)
• Instrumentationsaufträge
(2001, 2004)
Der Berliner
Komponist Oliver Korte rekonstruierte für Kerstin Behnke und die
Foundation Nadja et Lili Boulanger, Paris die Orchesterfassung der
Hymne au soleil von Lili Boulanger aus einer erhaltenen Partiturseite
und dem Klavierauszug. Für ihr Diplomkonzert mit den Berliner
Symphonikern gab Kerstin Behnke ebenfalls Instrumentationen von Werken
Lili Boulangers in Auftrag, die als drei von 5 Stücken für Orchester
aufgeführt wurden.
Konzertkonzeptionen
Ein Schwerpunkt in der Arbeit der Dirigentin Kerstin Behnke liegt darauf, Musikalisches und Außermusikalisches konzeptionell zu verknüpfen und damit neue Zusammenhänge herzustellen und sinnlich erfahrbar zu machen. Hierbei wird der Aufführungsort integraler Bestandteil der Veranstaltung: Musik außerhalb des Konzertsaals tritt in Dialog mit der neuen Umgebung, außermusikalische Beiträge im Konzertsaal sprengen den traditionellen Aufführungsrahmen.
• NachtWache (2006)
Werke aus Rembrandts Zeit, die eigens für diesen Abend in Auftrag gegebene Komposition winterblau - löwenfarben von Oliver Korte, kunsthistorischen Betrachtungen des Direktors der Gemäldegalerie, Prof. Bernd Wolfgang Lindemann, und der Besuch der Ausstellung Rembrandt - Genie auf der Suche ließen die Zuhörer eine aufmerksame und wachsame Nacht in den Räumen der Gemäldegalerie verbringen.
Gemäldegalerie Berlin | Tonikum | Concerto Brandenburg
• Wind und Wetter (2005)
Das Konzertprogramm mit den Werken „Meeresstille und Glückliche Fahrt“ von Felix Mendelssohn und Ludwig van Beethoven, „Der Lindberghflug/Der Ozeanflug“ von Berthold Brecht/Kurt Weil und „Essay“ (UA) von Oliver Korte, in dem unter anderem Wetterberichte vertont sind, wurde durch multimediale Vorträge des Meteorologen Dr. Gunther Thiersch von der ZDF Wetterredaktion erweitert. Aus dem Wechselspiel zwischen wissenschaftlicher und musikalischer Betrachtungsweise entstand ein anregender Konzertabend.
Philharmonie, Berliner Cappella, Deutsches Filmorchester Babelsberg
• kosmos – klänge einer ausstellung (2004, Wiederaufnahme 2005)
An vier thematischen Stationen – Erde und Universum, Jahreszeiten und Entwicklung, Flora und Fauna, Leben und Sterben – erlebte das Publikum eine Synthese aus Chormusik a cappella und kurzen wissenschaftlichen Vorträgen. Naturphänomene wurden aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet: Hier der Blick des Wissenschaftlers auf die Ausstellungsstücke der Sammlung, dort die Sicht von Dichtern und Komponisten auf sie umgebende Prozesse des Lebens. Museum für Naturkunde, Werke von Arne Mellnäs, Claudio Monteverdi, Cipriano Rore, Tonikum, Dr. Ferdinand Damaschun, Dr. Rainer Bartsch
Neue Musik
Kerstin Behnke engagiert sich besonders für die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts und versteht diese als unveräußerliches Gut einer lebendigen Musikkultur.
• Kompositionspreis der Berliner Cappella
Kerstin Behnke gründete den Kompositionspreis der Berliner Cappella, der seit 2003 jährlich für ein a-cappella Chorwerk vergeben wird. In diesem Jahr wurde der Preis erstmals gemeinsam mit dem Berliner Chormusik Verlag ausgeschrieben, der das Werk veröffentlicht. Preisträger bisher waren Patrick Sutardjo, Charlotte Seither, Martin Wistinghaus und aktuell 2008/9 Julia Deppert.
Nachwuchsförderung
Schülerinnen und Schülern werden in die Konzerte von Kerstin Behnke aktiv einbezogen. Ziel ist es, junge Menschen an die Musik heranzuführen und ihnen den Zugang zur Musik zu eröffnen.
• Konzertreihe "Erhebe Deine Stimme" (Beginn Schuljahr 2009/10)
Eingeleitet durch das wegweisende Projekt "Erhebe Deine Stimme - Oratorium zur Deutschen Wiedervereinigung" entwickelte Kerstin Behnke eine Konzertreihe, die es Schülerinnen und Schülern ermöglicht, selbst Teil eines der großen Saison-Konzerte der Berliner Cappella zu werden. In jedem dieser Konzerte geht es darum, dass die Schüler selbst aktiv über ein Schuljahr hinweg in die Konzertentwicklung eingebunden sind und am Ende selbst mit auf der Bühne stehen - sei es als Dirigenten selbst komponierter Stücke wie im Einheitsoratorium oder auch als mitwirkende Sänger wie im aktuell anstehenden nächsten Projekt zur "Schöpfung" von Joseph Haydn. Mehr Informationen zu diesen Konzerten finden sich hier.
• Komponistengespräche
Die Komponisten, deren Werke in den Konzertprogrammen der Berliner Cappella aufgeführt werden, sowie die Preisträger des Kompositionspreises, gehen vor oder nach dem Konzert in verschiedene Berliner Schulen, stellen sich den Schülerinnen und Schülern vor und beantworten Fragen.
• Wunderwesen (2005)
Schülerinnen und Schülern des Deutsch Leistungskurs der Emil Fischer Schule beschäftigen sich mit „Wunderwesen“ und die Relevanz dieser romantischen Vorstellungen für ihrer eigene Zeit. Sie schreiben eigene Texte, die im Konzert zwischen den Werken vorgetragen werden.
• Messiah (2004)
Schülerinnen und Schüler der Evangelischen Schule Berlin Charlottenburg erstellen im Kunstunterricht einen Fries zur Geschichte des Messias, der bei dem Konzert ausgestellt wird. Im Musik- und Religionsunterricht wird das Händelsche Werk und das Libretto besprochen.
CD-Produktionen
- Querschnitt - Madrigale und Chansons der Renaissance, Tonikum, blumlein records, 2004
- Background-Chor auf der CD Anfänger der Popgruppe Virginia Jetzt! (2004)
- CD der Alexander von Humboldt Stiftung mit Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy für Männerchor und Orchester (2003)